All The Light We Cannot See – Anthony Doerr

Der Roman “All The Light We Can Not See” wurde letztes Jahr von den Kritiken gefeiert. Nachdem ich nun selbst der Geschichte der Protagonisten Werner Pfennig und Marie-Laure LeBlanc über 500 Seiten lang gefolgt bin, kann ich mich diesem Lob anschließen, aber was macht dieses Werk nur so einzigartig? Vor allem liegt das meiner Meinung nach an….

den Protagonisten dieses Romans. Da hätten wir zum einen den Jungen Werner Pfennig.  Werner Pfennig ist ein Weisenjunge, der mit seiner Schwester Jutta zusammen in einem Weisenhaus in dem deutschen Ort Zollverein lebt. Für die Kinder dieses Ortes ist ein Leben als Kumpel in den Minen vorgesehen. Werners Begeisterung und Talent im Umgang mit Radios ermöglicht ihm allerdings die Flucht aus diesem Leben und den Eintritt in eine der vielen NS-Talentsschmieden die es damals gab. Diese Agonie zwischen einem Leben als Soldat für einen Führer hinter dem er nicht steht und für das er seine Schwester verlassen muss und der Aussicht auf ein Leben in den Minen des Ruhrgebiets macht Werner Pfennig zu einer durch und durch traurigen Gestalt mit einer ganz besonderen Ästhetik.

Zum anderen haben wir Marie-Laure LeBlanc. Marie-Laure ist ein blindes Mädchen, dass mit ihrem Vater zu Beginn des zweiten Weltkrieges in Frankreich aus der Metropole Paris in den Küstenort Saint-Malo zieht. Hier zeigt Anthony Doerr seine ganze Klasse. Die Seiten, in denen er beschreibt, wie Marie-Laure die Welt um sich herum wahrnimmt sind es, die diesen Roman meiner Meinung nach von außergewöhnlich machen. Die Vorstellung, was dieses blinde Mädchen sieht, wenn es durch die Welt schreitet wird von Doerr durch einer wunderschöne bildliche Sprache zu einer Reise in eine andere Welt.  Der Kontrast dieser beiden Welten, die zugegebenermaßen beide einen gewissen tragischen Grundton aufweisen, wird dadurch verstärkt, dass die einzelnen Kapitel praktisch nie mehr als 2-3 Seiten umfassen.

“All The Light We Cannot See” ist ein Roman, den man einfach gelesen haben sollte. Bevorzugter Weise im englischen Original, aber auch die deutsche Übersetzung ist es wert gelesen zu werden, denn die Geschichte bleibt dieselbe und die ist einfach wunderschön.

In der englischen Originalausgabe:

In der deutschen Übersetzung:


 

Titelbild: BELZUNCE Christian, genutzt unter

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