Cameron Carpenter

Gute Musiker gibt es viele, aber nur die Wenigsten schaffen es, ihr Feld von Grund auf zu revolutionieren. Cameron Carpenter ist einer von ihnen.

Cameron Carpenter wurde 1981 in Pennsylvania geboren, hat mit 4 Jahren zum ersten Mal eine Orgel berührt und ist seitdem davon fasziniert wie ihm die Orgel die Möglichkeit gibt “die Zeit zu kontrollieren”. Denn Im Gegensatz zum Klavier verblasst der Ton einer Orgel nicht mit der Zeit, es ist also theoretisch möglich mehrere Minuten Lang denselben Ton zu halten. Für den jungen Cameron eröffnete sich damit eine komplett neue musikalische Welt, die er nie wieder verlassen sollte. Nach Jahren des Studiums hat sich Cameron Carpenter recht früh zu einem geschätzten Organisten entwickelt, der Konzerte auf der ganzen Welt spielte. Während dieses Tour-Lebens wurde er mit dem größten Manko der modernen Orgelwelt konfrontiert, der Monstrosität des Instruments. Die gigantischen Orgeln die Organisten auf der ganzen Welt bei ihren Tourneen vorfinden gelten oftmals als Prestigeobjekt und unterscheiden sich nicht nur in ihrer Akustik sondern oftmals auch in ihrem kompletten Aufbau. Tastaturen, Schalter und Pedale sind meist von Orgel zu Orgel unterschiedlich. Der Organist verbringt deshalb mehrere Stunden damit sich einzig und allein an das aktuelle Instrument zu gewöhnen und eventuell seine Kompositionen umzuschreiben, damit sie auf der vorliegenden Orgel überhaupt gespielt werden können.

Manch ein Organist mag diese Vielfalt schätzen, für andere bedeutet dies jedoch ein Mangeln an Intimität mit einem Instrument, mit dem es hunderte von Menschen zu begeistern gilt. Um diese Intimität auch für Organisten oder vielmehr sich selbst sicherzustellen hat Cameron Carpenter mit den renommierten Orgelbauern Marshall & Ogletree die International Touring Organ entworfen.

Commuting, the process of travelling between (1)

Die “International Touring Organ” ist in erster Linie eine digitale Orgel, wie es sie schon hundertfach davor gab. Der große Unterschied besteht jedoch in der technischen Expertise, die in diese Orgel floß. Die Töne beispielsweise wurden von den harmonischsten Orgeln überall auf der Welt speziell für die “International Touring Organ” aufgenommen. Zusätzlich ist dieses handwerkliche Meisterwerk auch noch ein Meisterwerk was logistische Planugsarbeit angeht, denn sie wurde so kreiert, dass sie innerhalb kürzester Zeit auf und abgebaut werden kann und in Einzelteilen um die ganze Welt reisen kann. Immer ihrem Dompteur hinterher. Diese technische und künstlerische Innovation bringt ihn in die für Organisten durchaus ungewöhnliche und revolutionäre Situation eine intime Beziehung zu seinem Instrument zu entwickeln, denn bisher bestand ein Großteil der Arbeit eines Organisten darin, sich an völlig unterschiedliche Orgeln vor Ort so schnell wie möglich zu gewöhnen und Kompositionen eventuell umzuschreiben, damit sie auf der vorhandenen Orgel auch umgesetzt werden können. Mit der “International Touring Organ” hat Cameron Carpenter das Leben eines Organisten von Grund auf revolutioniert und Organisten endlich die Möglichkeit gegeben, eine intime Beziehung zu ihrem Instrument aufzubauen, wie es früher sonst nur für eine Handvoll Musiker möglich war.

Cameron Carpenter ist ein Revolutionär. Nicht nur in der Welt der Musik sondern im gesamten Kunst-Kosmos. Cameron Carpenter ist das Paradebeispiel dafür, wie etablierte Grenzen und Limitierungen mit harter Arbeit aufgehoben und dadurch die Kunst in ihren Möglichkeiten bereichert werden kann.

Für jeden, der mehr über Cameron Carpenter lernen will gibt es hier noch einen kurzen ard-Beitrag über ihn: